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„Der Zweifel ist der Beginn der Wissenschaft. Wer nichts anzweifelt, prüft nichts. Wer nichts prüft, entdeckt nichts. Wer nichts entdeckt, ist blind und bleibt blind.“ (Teilhard de Chardin, 1881-1955, frz. Theologe, Paläontologe u. Philosoph)

Gesicherte Nahversorgung, zentrenorientierte Einzelhandelssteuerung und die Rolle der Gemeinden: Bauplanungsrechtlich-steuerungstheoretische Betrachtungen zwischen Planungseuphorie und -skepsis

von Klaus Füßer und Dr. Marcus Lau

veröffentlicht in „Umwelt- und Planungsrecht“ (UPR), 11+12/2012, S. 418 ff.

Stand: 11. Dezember 2012

 

Der u.a. von Janning erhobenen Forderung, durch flächendeckend-gemeindeweite Einzelhandelssteuerung der Gemeinden die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs weitgehend verbindlich auf ausgewiesene zentrale Versorgungsbereiche zu konzentrieren, ist mit Skepsis zu begegnen. Dies gilt sowohl bezogen auf die Einhaltung der einschlägigen rechtlichen Vorgaben als auch den Erfolg auf der Sachebene. Eine Lösung des Problems des „Wildwuches“ von Discountern und Supermärkten an peripheren Standorten und der damit einhergehenden Verdrängung von wohnortnahen Betriebstypen des Einzelhandels ist allenfalls dadurch zu erwarten, dass normativ auf der Ebene von BauGB und BauNVO nachgesteuert wird. Die Problematik beispielhaft für Grenzen effektiver rechtlicher Steuerung gegen wirkungsmächtige Marktlogiken.